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Vor Gott sind alle gleich - oder doch nicht?

Veröffentlicht: Samstag, 11. Februar 2012 14:36 Drucken E-Mail

Vor Gott sind alle gleich - oder doch nicht?

In der Sensung "Quer" des bayerischen Fernsehens vom 8. Dezember 2011 wird über eine evangelische Gemeinde in Bayern berichtet, in der es seit langem Brauch ist, dass behinderte und nicht behinderte Jugendliche gemeinsam ihre Konfirmation feiern. Nun sind plötzlich fünf Familien der Ansicht, die Behinderten würden stören und sollten daher nicht an Konfirmations-Gottesdienst teilnehmen. Ich finde, diese fünf Familien sollten von der Konfirmation ausgeschlossen werden, denn sie haben sich ganz klar gegen eine Säule des Christentums ausgesprochen: die Nächstenliebe und das Bekenntnis, das vor Gott alle Menschen gleich sind. Der Atheist in mir fühlt sich bestätigt: Die christliche Kirche, ob evangelisch oder katholisch, ist teilweise zu einer Kirche der Scheinheiligen geworden.

Ausländerfeindliche Gartenzwerge

Veröffentlicht: Samstag, 11. Februar 2012 14:32 Drucken E-Mail

Heute habe ich auf Spiegel-Online gelesen, dass ein Kleingartenverein in einer Gemeinde nördlich von Hamburg eine Ausländerquote eingeführt hat. Mehr als die Hälfte der Mitglieder stimmte für eine scharfe Quote von maximal 12,6% Migranten, die eine Parzelle mieten dürfen. Mit deutscher Gründlichkeit wurde die auch noch sauber aufgeteilt nach der Herkunft: Türken ud Araber, Osteuropäer und der Rest der Welt. Als alter Schleswig-Holsteiner bin ich entsetzt darüber, wieviel latente fremdenfeindlichkeit es dort gibt. Ich war immer der Meinung gewesen, so etwas gäbe es nur in Ostdeutschland oder in einigen Ecken Bayerns. Die Idee zu dieser Quote entstand sicher nicht auf allgemeinen Wunsch, doch sie zeigt, wie leicht die Massen noch immer zu beeinflussen sind. Solche rechts-konservativen Spießbürger sind sicher keine Bereicherung für unser Land. Wir sollten eines nicht vergessen: Wir alle sind Ausländer, und das fast überall.

Klimagipfel 2011

Veröffentlicht: Samstag, 11. Februar 2012 14:28 Drucken E-Mail

Der Klimagipfel in Durban hat wie befürchtet nicht wirklich etwas gebracht. Die Delegierten werten ihn wieder einmal als Erfolg, doch der größte Erfolg dürfte gewesen sein, dass sich die Teilnehmer nicht gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben.
Das einzige Ergebnis ist: Man hat sich darauf geeinigt, bis 2015 einen Vertrag zu entwerfen, an den sich alle halten sollen. Der soll dann bis 2020 umgesetzt werden. Was in dem Vertrag drinsteht, ist völlig offen. Für die größten Klimasünder wird es schon nicht so schlimm werden. Und wieder vergehen wertvolle Jahre, ohne dass sich etwas ändert, was dem Klima helfen würde.

Ein Bundespräsident demontiert sich

Veröffentlicht: Samstag, 11. Februar 2012 14:24 Drucken E-Mail

Als erstes wünsche ich allen Besuchern und Lesern (darin ist für mich die weibliche Form eingeschlossen!) ein gutes neues Jahr! Willkommen im Jahr 2012, dem Jahr, in dem die Welt (wieder einmal nicht) untergehen wird, diese Prognose wage ich schon heute.

Wer dagegen an seinem Untergang arbeitet, ist unser Bundespräsident Christian Wulff. Was der sich in diesen Tagen leistet, ist nur noch peinlich. Erst seltsame Vorteile annehmen, dann der Versuch, deb bösen Journalisten einen Maulkorb zu verpassen.. Günstige Kredite in Anspruch zu nehmen oder auf Kosten von "Freunden" Urlaub zu machen mag zwar formaljuristisch noch in Ordnung sein, doch es hinterlässt ein "Gschmäckle". Besonders pikant ist dabei nicht, das sich Christian Wulff Vorteile verschafft hat, die Normalbürger nicht bekommen hätten, sondern das er selber sich in den Jahren vor seiner Präsidentschaft als hohe moralisch Instanz aufgespielt hat. Mit Kollegen aus der Politik (wenngleich aus anderen Parteien) ging er in ähnlichen Situationen wenig zimperlich um. Zu Recht sah er die Glaubwürdigkeit der Politik durch solches Gebahren untergraben und wetterte heftig dagegen. Nun müssen wir erkennen, dass Wulff selber auch nicht besser ist. Sein Versuch, die Angelegenheiten zu vertuschen und der Angriff auf die Pressefreiheit, war wohl die dümmste aller möglichen Reaktionen und des Präsidenten eines demokratischen Landes unwürdig.
Wenn Christian Wulff dieselben hohen moralischen Ansprüche und Maßstäbe, die er an andere anlegte, auch für sich selber gelten lassen würde, dann bliebe ihm nur der Rücktritt. Wasser predigen und selber Wein trinken, das kommt nicht gut an. Ich empfehle ihm, sich einmal mit Sokrates zu befassen. Der hat seine Prinzipien nicht nur verkündet, sondern hat sie auch konsequent befolgt. Das einzige, was Wulff noch im Amt halten kann, ist der Umstand, dass wir nicht schon wieder einen neuen Bundespräsidenten haben wollen. Doch seine Glaubwürdigkeit ist dahin und einen Bundespräsidenten, dem keiner mehr vertraut, brauchen wir auch nicht.

Sternsinger und Scheinheilige

Veröffentlicht: Samstag, 11. Februar 2012 14:08 Drucken E-Mail

Heute ist Dreikönigstag. In den katholischen Gegenden Deutschlands sind wieder die Sternsinger unterwegs und sammeln Spenden für notleidenede Kinder in aller Welt. Eigentlich eine gute Sache. Kinder sammeln für Kinder, da gibt man doch gerne. Doch mich beschleichen andere Gedanken: Warum müssen heutzutage noch immer Kinder in fernen Ländern Hunger leiden, können nicht zur Schule gehen, haben kaum Perspektiven? Kinder in der dritten Welt bauen Spielzeug zusammen, damit Kinder in den Industrieländern noch mehr billiges Spielzeug bekommen können. Kinder in der dritten Welt nähen und besticken Textilien, damit Kinder in den Industrieländern öfter billige Kleidung bekommen können. Kinder in der dritten Welt schuften auf Kakaoplantagen, damit übergewichtige Kinder in den Indurstireländern noch mehr billige Schokolade in sich hineinschieben können. Als Ausgleich dafür spenden wir ein wenig von dem gesparten Geld, um unser Gewissen zu beruhigen. Ist unsere Gesellshaft nicht ein bißchen pervers geworden? Mit einem etwas bewusterem Lebensstil und Einkaufsverhalten könnten wir wahrscheinlich viel mehr bewirken. Wir leben im Überfluss auf Kosten derer, für die die Sternsinger so fleißig sammeln. Mögen die Spenden wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden und etwas positives bewirken, und möge den Spendern die nötige Erleuchtung kommen, wie wahres Christemtum aussehen sollte. Der einfachste Weg ist nicht immer der beste.