Madagaskar

Warum Madagaskar?

Warum ausgerechnet Madagaskar? Fast jeder kennt doch das alte Seemanns-Lied "Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord ...". Was also sollte jemanden gerade hierhin ziehen?
Nun, Madagaskar hat weitaus mehr zu bieten als Pest und Cholera. Vor rund 100 Millionen Jahren vom afrikanischen Festland abgetrennt hat es sich dank seiner isolierten Lage zu einem Mini-Kontinent entwickelt, der zahlreiche faszinierende endemische Arten beherbergt. Dazu gibt es viele Kontraste: Regenwäldern in einer Region stehen einzigartige Trockenwälder in einer anderen Gegend gegenüber, Savannen wechseln mit Berglandschaften ab. Gleichzeitig wird hier besonders deutlich, was Menschen in ihrer Umwelt anrichten können. Die Folgen menschlichen Wirkens, negativ und positiv, lassen sich hier unmittelbar studieren.
 
Fast 20 Jahre lang war ich Fördermitglied des WWF (WorldWide Fund for Nature) und gehörte auch zu den "Global200-Protectoren". Global200 ist ein spezielles Programm des WWF, das weltweit rund 200 Projekte unterstützt, die besonders wichtig für unsere Umwelt und die Artenvielfalt sind. Eines dieser Projekte ist Madagaskar.
 
Im Herbst 2005 hatten wir die Gelegenheit, Madagaskar auf einer organisierten Rundreise kennen zu lernen. Die Route war stark vom WWF geprägt, so dass wir dabei erfahren konnten, wie und wofür die Spendengelder eingesetzt werden, warum es Sinn macht, die verschiedenen Projekte zu unterstützen und wie schwierig und langwierig es oft ist, nachhaltig zu helfen.
Wir haben im Laufe dieser Rundreise nicht nur viel über Land und Leute, Flora und Fauna gelernt, sondern auch einiges über uns selbst. Madagaskar gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Erde und so betritt man als Mitteleuropäer zunächst einmal eine völlig andere Welt. Die Gegensätze nicht nur zu Deutschland sind krass. Die Hauptstraße aus der Hauptstadt Antananarivo heraus ist gesäumt von kleinen Märkten und Basaren, windschiefen Hütten, alten LKW und Ochsenkarren. Am Rand stehen große Werbetafeln, die Luxusautos aus deutscher Produktion anpreisen. Für die allermeisten werden sie ein Traum bleiben bei etwa 400€ Jahreseinkommen. Doch wir erfahren auch, dass Reichtum, Wohlstand und Zufriedenheit sehr relative Dinge sind. Weiter im Süden in den Dörfern scheint alles noch einfacher und bescheidener zu sein. Dennoch wirkt alles sauber und aufgeräumt, die Menschen sind freundlich und lachen. Unser Begleiter Marc, ein Amerikaner, der seit 1996 dort lebt, sagt dazu: "Wenn man Zufriedenheit und Stress messen könnte und zählen würde, wie oft die Menschen hier lachen und würde das mit Ergebnissen aus den Industrieländern vergleichen, dann würden wir Europäer und Amerikaner ziemlich schlecht abschneiden".
 
Derzeit (Herbst 2012) besteht allerdings eine Reisewarnung des auswärtigen Amtes. Leider hat sich die politische und wirtschaftliche Lage in dem Land nicht weiter stabilisiert.
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