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Anlagenbau

In diesem Bereich habe ich eigene Erfahrungen und Erkenntnisse zum Thema Anlagenbau zusammengetragen. Dieses Kapitel wird nach und nach erweitert, so wie es meine Zeit ud der Fortschritt des Aufbaus zulassen. Im Wesentlichen geht es um Planung, Aufbau und Gestaltung. Dazu muss ich sagen, dass ich mich selber nicht als Experten betrachte, sondern auch noch übe, lerne und experimentiere.

Hier noch ein paar allgemeine Tipps und Erfahrungen, für die sich kein eigenes Kapitel lohnt:

Signale: Signale sind ein wichtiger Bestandteil einer Modellbahn, ohne sie fehlt etwas. Es gibt Form- und Lichtsignale. Formsignale, also solche mit beweglichen Flügeln, wird man eher auf Anlagen der früheren Epochen einsetzen, Lichtsignale etwa ab Epoche 4. Wobei es an einigen Stellen auch heute noch Flügelsignale bei der echten Bahn gibt, man darf also mischen. Signale von Viessmann kann man auch als Bausätze bekommen, dann sind sie etwas günstiger. Meine Meinung dazu: Es lohnt sich kaum. Die Arbeit kann zeitaufwändig sein und die Ersparnis ist nicht sehr groß.
Bei den Formsignalen erfordert der Zusammenbau viel Geschick und eine ruhige Hand, bei den fertigen hat man die Garantie, dass sie auch funktionieren. Bei den Katalogpreisen immer daran denken, dass der Antrieb noch dazu kommt! Mit einigen Antrieben hatte ich Probleme, es schien fast, als wäre es 2. Wahl.
Bei den Lichtsignalen ist ein Feinlötkolben und Erfahrung damit unabdingbar, da meistens winzige SMD-LEDs eingesetzt werden. Es kommt leicht zu Kurzschlüssen. Der einzige echte Vorteil des Selbermachens besteht darin, dass man anstatt der vorgesehenen Drähte wesentlich dünnere Kupferlackdrähte verwenden kann, die sich nachher wesentlich besser imMast verstecken lassen.

 

2. Der Aufbau

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Zweiter Schritt: Der Aufbau

Der Aufbau bzw. der Unterbau einer Modellbahnanlage ist auch etwas Geschmacks- oder Glaubenssache. Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Ansätze. Der einfachste ist so manchem vielleicht noch aus der Jugendzeit bekannt: Ein oder zwei große Spanplatten auf dem alten Küchentisch und fertig ist die Unterlage. Steigungen werden mit Pfeilern realisiert, Hügel und Berge draufgebaut mit Streben oder Pappkartons. Nachteil: Bohrungen und Ausschnitte gehen auch in den Tisch hinein.
Eine Alternative ist ein Rahmengestell als Unterbau. Dafür nimmt man z. B. Winkelprofile für Kellerregale, die im Form der grundfläche miteinander verschraubt werden. Es gibt dafür spezielle Profile für Modellbahnen, es gehen aber auch die gängigen Stangen aus dem Baumarkt. Sie sollten nur rostfrei sein. Ein paar Querstreben hier und da verleihen dem Ganzen eine sehr gute Stabilität. Darauf können dann die grundplatten verlegt werden. Es ist auch möglich (und gar nicht dumm), eine Grundplatte nur dort vorzusehen, wo nachher Gleise oder Straßen verlaufen sollen oder Gebäude stehen. Das ergibt mehr Spielraum bei der Landschaftsgestaltung (Gräben, Seen, Flüsse) und bei einer eventuellen Katastrophe in einem Tunnel hat man später noch Zugriff von der Unterseite her. Wer eine Neigung zum Tischlern hat, kann auch eine Rahmenkonstruktion aus Holz bauen.
Es lassen sich sowohl feste Platten verwenden, in die nach Bedarf Öffnungen gesägt werden, als auch ein Trassenaufbau. Dabei werden z. B. Sperrholzplatten so ausgesägt, dass nur dort Material übrig bleibt, wo nachher Schienen und Straßen verlaufen werden. Der Vorteil hierbei ist, dass Steigungen gleich mit eingearbeitet werden können und die Übergänge von der Ebene zur Steigung schön verrunden.
Ich gestehe, ich habe eine Mischlösung gewählt. Der Bahnhofsbereich hat eine feste Grundplatte, die Strecken haben Unterbauten aus dünnen Brettern. dazu habe ich zum großen Teil vorhandene Holzabfälle verwendet wie Paneelbretter oder Schrankrückwände. Das sieht zwar nicht so professionell aus, geht aber auch und später ist nichts mehr davon zu sehen.
Tipp: Sperrholzplatten lassen sich besser bearbeiten als Spanplatten und sind wesentlich leichter.
Eine andere Methode des Anlagenbaus ist die Spantenbauweise, die vor allem bei größeren Anlagen angewandt wird. Dabei werden auf das Grundgerüst in regelmäßigen Abständen senkrecht stehende Bretter aufgesetzt, deren Oberseite bereits die Kontur der geplanten Landschaft aufweist. Waagerechte Einschnitte nehmen später die Trassen auf. der Vorteil liegt ganz klar darin, dass Gelände sehr einfach aufgebaut werden kann und die Trassen keine weiteren Pfeiler und Stützen benötigen. Allerdings erfordert diese Methode eine sorgfältige Planung vorab. Das Gelände ist schon vor dem Aufbau im Wesentlichen festgelegt und nachträgliche Änderungen sind sehr aufwändig. Einige Planungsprogramme unterstützen diesen Weg und liefern Vorlagen, nach denen man dann sägen kann. Dabei nicht vergessen, Bohrungen für Tunnel, Durchfahrten oder Kabelurchführungen vorher anzubringen.
Zum Schluss bleibt noch die Modulbauweise. Hierbei wird die Anlage aus einzelnen, kleineren Abschnitten zusammengesetzt. Der Vorteil ist, dass die Module während des Aufbaus von allen Seiten gut zugänglich sind und sich die Anlage im Falle eines Umzugs auch leicht wieder zerlegen lässt. Der Haken ist dabei, dass die Module sehr genau zusammengefügt werden müssen, damit es keine Spalten an den Übergängen gibt und die Gleise auch wirklich aneinander stoßen.
Eine guter Kompromiss ist der Einsatz von kleineren Modulen in Bereichen ohne Schienen. So können z. B. Teile einer Stadt, eines Dorfes oder einer bestimmten Szenerie zunächst außerhalb der Gesamtanlage aufgebaut und anschließend an einer sonst schwer zugänglichen Stelle eingesetzt werden.
ich persönlich würde aus heutiger Sicht den Trassenaufbau mit Sperrholzplatten bevorzugen und Spanten, wenn überhaupt, nur sehr sparsam einsetzen. Es hat sich einige Male gezeigt, dass man auch nach der Aufbauphase, wenn die Schienen schon verlegt sind, noch neue und bessere ideen hat. Dann muss doch noch mal eine Streckenführung geändert oder ein Gleis hinzugefügt werden. Dann ist man dankbar, wenn nicht alle Möglichkeiten verbaut sind.
Für die schienen empfehle ich grundsätzlich einen Unterbau (sofern der nicht von haus aus vorhanden ist wie z. B. beim Märklin C-Gleis). Das sieht zum einen besser aus und zum anderen dämpft es die Geräuschentwicklung. Dazu gibt es vorgefertigte Gleisbettungen einschließlich Schotter oder Unterlagen aus festem Schaumgummi oder Kork. Für die freien Strecken bevorzuge ich Schaumgummi. Der hat schon die Form einer Gleisböschung und kann leicht eingeschottert werden. Im Bahnhofsbereich und in Tunneln habe ich Korkmatten (großflächig bzw. in Streifen geschnitten) verwendet. Das darf ruhig der ganz billige aus dem Baumarkt sein, denn der ist relativ weich und dämpft gut. Je nach Stärke muss man auch mal zwei Lagen nehmen. Die Gleise habe ich aufgeklebt, weil Schrauben oder Nägel die Vibrationen an das Holz weiterleiten. Es genügen im allgemeinen einige wenige Klebepunkte in gewissen Abständen. In Kurven dürfen es ein paar mehr sein. Zusätzliche Stabilität gibt später der Schotter.

1. Die Planung

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Erster Schritt: Die Planung

Bei allem Enthusiasmus sofort loszulegen ist vor allem bei größeren Anlagen eine gewisse Planung vorab unbedingt notwendig. Die möglichen Grundformen sind meistens durch den verfügbaren Raum begrenzt oder gar vorgegeben. Und doch gibt es oft noch verschiedene mögliche Varianten. Soll die Anlage L- oder U-förmig an der Wand entlang gehen oder soll es eine größere Fläche in der Mitte werden? Soll drumherum laufen können oder nicht?
Anlagen, die sich an den Wänden entlang ziehen, ermöglichen längere Strecken, dafür dürfen sie nicht zu breit werden, damit später noch jeder Punkt erreichbar bleibt 8es sei denn, Sie sehen "Wartungsklappen" vor). Eine zentrale Anlage erlaubt die Betrachtung aus vielen verschiedenen Winkeln, kann breiter sein, bietet aber weniger Gelegenheiten für längere "Paradestrecken".
Während Sie sich hierüber Gedanken machen, sollten Sie sich auch schon überlegen, ob Sie ein bestimmtes Thema umsetzen wollen oder mehr Wert auf Betrieb und Fahrspaß legen wollen. Das kann die Grundgestaltung beeinflussen. Machen Sie dann ein paar erste grobe Skizzen mit Bleistift und Papier, um eine Vorstellung zu bekommen, wie die Gleisführung und die landschaft einmal ungefähr aussehen sollen. Achten Sie darauf, die Kurvenradien nicht zu eng zu machen und nicht zu viele WEeichen auf kurzer Strecke vorzusehen. Hier unterschätzt man den tatsächlichenPlatzbedarf sehr leicht. Auch zu große Steigungen gilt es zu vermeiden.

Der nächste Schritt ist dann, die Maße des äußeren Umrisses zu ermitteln. Runden Sie die Maße ruhig immer etwas ab! modellbahnräume haben die Eigenschaft zu schrumpfen und nachher immer kleiner zu sein, als vorher ausgemessen. Etwas Reserve schadet da nie.
Stehen die Konturen und das Grundkonzept fest, geht es an die genauere Planung. Ich empfehle, dafür ein entsprechendes Gleisplan-Programm zu verwenden. Diese Programme arbeiten mit den Originalmaßen der verschiedenen Hersteller für Schienen und Weichen. Und, im Gegensatz zu freihändigen Skizzen oder auch Schblonen, sie sind unbestechlich. Sie zeigen genau auf, wieviel Platz benötigt wird oder welche Streckenführung nicht funktionieren wird. Das erspart viele Versuche mit echten Schienen. Aktuelle Programme beherrschen auch dreidimensionale Planung mit Höhenkontrolle und Berechnung von Steigungen. Die besseren unter ihnen könne auch andeutungsweise Landschaften darstellen, was einen guten Eindruck von der späteren Anlage ermöglicht. Ein weitere Vorteil: Ist die Planung abgeschlossen, bekommt man auch gleich eine vollständige Einkaufsliste.

Vor der Detailplanung muss die Entscheidung fallen, welches System zum Einsatz kommen soll. Ob analog oder digital, ob Zwei- oder Dreileiter und von welchem Hersteller, das gilt es schon früh zu berücksichtigen. Für die Auswahl des rollenden Materials ist der Hersteller heute nicht mehr so wichtig. Diemeisten Loks sind vonHaus aus mit Digital-Dekodern ausgestattet und laufen auf fast allen systemen. fast alle Hersteller bieten zudem sowohl Zwei- als auch Dreileiter-Versionen ihrer Fahrzeuge an. Wichtiger ist die Festlegung für die Gleisplanung, da jeder Hersteller etwas andere Längen und Radien hat. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Frage, ob Flexgleise eingesetzt werden sollen. Das sind lange Gleise, z. B. fünfmal die Länge einer Standard-Geraden, die in beliebigen Radien gebogen werden können. Das ermöglicht einfache Anpassungen in speziellen Abschnitten und vor allem elegante Gleisführungen auf längeren Strecken mit sehr sanften Kurven. nicht alle Firmen haben diese Gleise im Sortiment.

Zwei- oder Dreileiter? Das ist vor allem Geschmackssache. In meinem fall war es einfach so, dass aus meiner Jugendzeit noch Loks und Gleismaterial vorhanden waren, was auf dem ich aufbauen konnte. Somit hatte sich die Frage nicht gestellt (ich fahre auf Dreileiter-Gleisen).
Zweileiter-Technik hat vor allem einen optischen Vorteil. Der unnatürliche Mittelleiter entfällt. Das macht auch die Gestaltung von Bahnübergängen sehr viel einfacher, der Gleiszwischenraum kann einfach aufgefüllt werden. Etwas aufwändiger ist dafür die Stromversorgung. Kehrschleifen benötigen immer eine Trennstelle mit Polaritätsumschaltung. Bei Weichenantrieben ist darauf zu achten, dass die Polarität des Herzstücks umgeschaltet werden kann. In digitalen Systemen sind die Gleisbesetztmelder aufwändiger, da sie mit dem Prinzip der Stromüberwachung arbeiten. Sollen auch unbeleuchtete Wagen auf einem Gleis erkannt werden, so müssen sie mit leitfähigen Achsen ausgerüstet sein.
Beim Dreileiter-System fließt der Strom über die beiden Schienenstränge und einen Mittelleiter. Der Vorteil dabei ist, dass es mehr Kontaktpunkte gibt, wodurch das System etwas weniger anfällig für Stromunterbrechungen durch Verschmutzungen oder schlechte Auflage der Räder ist. Allerdings wird dieser prinzipielle Vorteil bei einigen Modellen durch eine schlecht konstruierte Stromaufnahme wieder verspielt und auch die kleinen N-bahnen können sehr zuverlässig laufen. Ein anderer Vorteil der "Zahnradbahn", wie Spötter sie nennen, ist der einfache Aufbau. Bei Kehren muss man sich keine Gedanken machen. Besetztmelder funktionieren ganz einfach als massekontakt, der durch die Achsen geschlossen wird. Ein Schienenstrang wird ein Stück weit isoliert und dient als Kontakt, der Strom fließt weiter über den zweiten Strang. Bei Wagen von Fremdherstellern muss man evtl. darauf achten, dass die Achsen leitend sind. Oft gibt es dazu Umbausätze, bei einigen Herstellern sogar kostenlos. Probleme gibt es dafür z. B. mit Bahnübergängen. Die Punktkontakte in der Mitte müssen frei bleiben, damit der Schleifer Kontakt hat. Alternativ kann man einen dünnen Draht darüber legen. Durchhängende Kupplungen können an Weichen (hier sind die Kontakte höher) haken und zu Entgleisungen führen oder Kurzschlüsse verursachen.

Jedes System hat also seine eigenen Vor- und Nachteile. Machen Sie Ihre Entscheidung deshalb nicht nur von einigen wenigen Argumenten abhängig.