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Meine Anlage

Die Modellbahn-Anlage der Spur H0 belegt den größten Teil eines Kellerraumes und bedeckt dort etwa 14m² Grundfläche. Sie ist U-förmig angeordnet, wobei ein Schenkel deutlich verkürzt ist. Eine besondere Philosophie steckt nicht dahinter, ich bevorzuge keine bestimmten Epochen oder Themen. Im Vordergrund steht der Betrieb und im Zweifelsfalle kann man einen Epoche1- oder 2-Zug mit Dampflok ja immer als "Nostalgiezug" fahren lassen. Für die habe ich inzwischen eine kleine Schwäche entwickelt, ebenso für alte Triebwagen. Daneben "lebt" noch die Epoche 4 als Erinnerung an meine Schulzeit, in der ich fast täglich mit der Bahn zur Schule fuhr. Aber auch die moderne Bahn hat ihren Reiz.
So hat es sic ergeben, dass es einen moderneren Hauptbahnhof gibt, der auch einen ICE-tauglichen Bahnsteig hat, und einen alten Kleinstadt-Bahnhof,in dem sich auch Dampfloks wohl fühlen. Der moderne Abschnitt ist mit Lichtsignalen ausgestattet, im älteren Teil stehen Flügelsignale.

 

Die Kosten

Veröffentlicht: Montag, 14. Juli 2014 17:06 E-Mail

Die Modellbahn ist ein Hobby und Hobbies kosten Geld. Egal, ob Pferdesport, Motorrad, Fotosafaris oder Autos tieferlegen, alles hat seinen Preis. Die kleine Bahn kann durchaus richtig viel geld kosten, das stimmt. Es beginnt mit ein paar tausend Euro und erreicht bei größeren Anlagen mit viel rollendem Material auch schon mal den Gegenwert eines gut ausgestatteten Mittelklassewagens. Darüber muss man sich im Klaren sein, wenn man sich ernsthaft mit diesem Hobby beschäftigen will. Eine gut detaillierte Dampflok kann schon einmal 500€ kosten. Natürlich geht es auch günstiger, die "Geiz-ist-geil-Mentalität" hat auch hier Einzug gehalten, und es gibt einige sehr günstige Modelle. Nur sieht man es ihnen meistens auch an.

Dazu an dieser Stelle ein paar persönliche Ansichten: Oft wird gesagt, alles, was zur Bahn gehört, sei unheimlich teuer geworden. Nun, die Preise sind tatsächlich gestiegen. So kostete eine BR24 1965 etwa 16€, die V200 gab es für knapp 20€ und das Krokodil kam auf stolze 43€. Allerding lag das Durchschnittseinkommen damals bei 403€. Damit kamen diese Loks auf ein 1/9 bis 1/25 eines Monatslohns. Heute liegt das Durchschnittseinkommen gut 9mal so hoch undauch die Preise für die Loks sind ungefähr um diesen Faktor gestiegen (mal mehr, mal weniger, auch abhängig davon ob mit oder ohne Sound). Dafür bekommt man heute im allgemeinen ein besseres Modell, feiner, detaillierter, mit Dekoder. Im verhältnis gesehen hat sich also in den letzten 50 jahren kaum etwas geändert, nur dass es heute viel mehr Möglichkeiten gibt, sein Geld auszugeben und deshalb für die Modellbahn oft entsprechend weniger übrig bleibt.

Gerne wird auch behauptet, die Hersteller und Händler verlangten unverschämt hohe Preise. Selbst ernannte Fachleute kolportieren Gerüchte, nach denen Hersteller oder Händler oder beide Margen bis zu 300% hätten und sich dumm und dämlich verdienen würden. Das kann allenfalls für einige Billigartikel aus Fernost gelten, die hierzulande überteuert auf den Markt gebracht werden. Die wirklichen Spannen für die Händler dürften eher bei 40% bis 50% liegen, womit auch noch das Geschäft bezahlt werden muss, und die Geschäftszahlen von Märklin zeigen, dass deren über alles Marge deutlich unter 10% liegt. Warum sonst sollten viele Fachhändler schließen? Wegen reichtums? Und warum rutschten gleich mehrere Hersteller in die Insolvenz? Die "Experten" vergessen gerne, dass es nicht nur Materialkosten gibt. Es gibt auch noch Kosten für Entwicklung, Konstruktion, Formen- und Werkzeugbau, Vertrieb, Fabrikunterhalt und natürlich Steuern. Und dann ist da noch die Montage, überwiegend Handarbeit, mit Lohn und Lohnnebenkosten. Wer einmal versucht hat, das Gestänge einer Dampflok zusammenzubauen, der bekommt ein gefühl dafür, wieviel Arbeitszeit darin stecken kann. Zudem sind die Stückzahlen in dieser Branche wesentlich niedriger als in der Unterhaltungselektronik. So billig, wie manche es sich wünschen, geht es nicht. Nicht, wenn das Modell nach was aussehen soll.

Wer nicht so viel ausgeben will oder kann, der sollte sich auf den bekannten Portalen umsehen, auf denen es oft genug gebrauchte, manchmal sogar unbespielte, Loks und Wagen gibt. Die Modellbahngemeinde wird leider langsam älter, die Jüngeren interessieren sich immer weniger dafür und so kommen immer öfter Sammlungen oder ganze Anlagen zum Verkauf. Sammler können hier gelegentlich Raritäten finden, Einsteiger können sich günstig eine Bahn aufbauen.

 Auch wenn man sich beim Anlagenthema und dem dazu passenden Fuhrpark beschränkt, wird es weitere Folgekosten geben. Die Hersteller bringen regelmäßig neue Modelle heraus, was auch gut ist, und man entdeckt immer wieder eines, dass man dann doch unbedingt haben möchte. Wer vom Modellbahnvirus infiziert ist, wird hier schnell schwach. Das als kleine Warnung ;-)

Wie es begann

Veröffentlicht: Mittwoch, 25. Juni 2014 17:30 E-Mail

Wie wird man Modellbahner?

Es begann 1964. Mein Großvater meinte, der Enkel bräuchte eine elektrische Eisenbahn. Mein Vater war anderer Meinung, hatte er selber doch nie eine gehabt, gab aber nach und entdeckte bald darauf seine Bastelneigung.


Eisenbahn 1964Die erste "Anlage" wurde provisorisch auf einem umgeklappten Sofa oder auf dem Teppich aufgebaut, eine kleine Acht mit Ausweichgleis, einem kleinen Bahnhof und ein paar Häuschen. Die beiden ersten Fahrzeuge, eine BR24 (3003) mit drei Wagen und der Schienenbus (3016), existieren heute noch und laufen, mit moderneren Motoren und auf Digital umgebaut, noch immer.

Bald darauf zog die Bahn ins Kinderzimmer um, wo sie auf wenig Raum fest installiert wurde. Angesichts der kleinen verfügbaren Fläche wurde die dritte Dimension stärker ausgenutzt. Es entstanden abenteuerliche Gebirge, die Lummerland als Vorbild hätten dienen können. Der Fuhrpark wuchs um eine V200 (3021) und weitere Wagen. Auch die V200 ist heute noch im Einsatz, ebenfalls modernisiert.

 modellbahn 1965

 

 

 

 

 

 Der Anfang, 1964

 

 

 

 

 Erste kleine Modellbahn, 1965

 

 

 

Nach einem Umzug und einer kleinen Pause fand eine vergrößerte Anlage ihren Platz in einem Hobbykeller. Nun entstand etwas, dass man schon ein bißchen als "Modellbahn" bezeichnen konnte. Es mussten weiterhin Kompromisse eingegangen werden. Damit drei Kinder gleichzeitig und unabhängig spielen konnten, wurden drei Schienenkreise geschaffen, die jeweils einen eigenen Trafo hatten (Digital gab es ja noch nicht). Es kam die Faller-AMS-Autobahn hinzu. Die Fahrzeuge waren zwar etwas größer als H0 und die Führungsrillen in der Straße sahen nicht sehr vorbildlich aus, aber mit Autoverladung auf Güterwagen und voll funktionsfähigem Container-Terminal hatte sie einen enorm hohen Spielwert.

Wie in vielen anderen Fällen auch, mangeltes es im Laufe der Zeit auch mir an Zeit, Geld, Platz und Interesse für eine echte Modellbahn-Anlage. So wurde sie eines Tages zerlegt und auf dem Dachboden eingelagert.
Erst Ende der 1990er Jahre wurde ich wieder auf die Bahn aufmerksam, als ich mich, durch ein Schaufenster neugierig geworden, in einem Spielwarenladen über den aktuellen Stand von Modellen und vor allem die mir noch unbekannte Digitaltechnik informierte.

Ein etwas größerer Kellerraum im eigenen Haus machte es schließlich möglich, den alten Traum wieder aufleben zu lassen und eine richtige Modellbahn aufzubauen. Der alte Fuhrpark und die Kunststoffgleise bildeten die grundlage, auf die M-Gleise habe ich verzichtet. In den sichtbaren Bereichen habe ich allerdings neue K-Gleise verwendet, die besser aussehen und nicht dunkel anlaufen. Die Steuerung erfolgt sowohl von Hand als auch durch ein PC-Programm. Dazu habe ich die alten Fahrzeuge auf Digital-Betrieb umgebaut und bei Neuanschaffungen auf analoge Modelle verzichtet (mittlerweile ist Digital ja Standard).

 Modellbahn 2014

Modellbahn 2014, "etwas" größer

 

Warum Märklin?

Eines vorab: Ich bin kein "Märklinist". Die Gleise und der überwiegende Teil des rollenden Materials stammen zwar aus dem Hause Märklin, es fahren aber auch Modelle anderer Hersteller auf der Anlage. An den Glaubenskriegen darüber, welcher Hersteller der Beste ist, habe ich mich nie beteiligt.
Warum ich damals eine Märklin-Bahn geschenkt bekam, weiß ich nicht. Vielleicht hatte der Spielwarenhändler im Ort vorwiegend Märklin im Sortiment, vielleicht hat der unkomplizierte Aufbau und die Zuverlässigkeit des Dreileiter-Systems überzeugt. Die Lokomotiven galten als robust und langlebig, was meine alten Modelle, die noch immer im Einsatz sind, bestätigen.

Beim Neuanfang habe ich nach kurzer Überlegung entschieden, dabei zu bleiben. Ich wollte nicht auf die alten Loks verzichten, die sich nicht auf Zweileiter umbauen ließen, und das vorhandene Schienenmaterial nutzen. Vor allem gab es das K-Gleis als "Flexgleis", das sich nahezug beliebig biegen lässt und optisch ansprechendere Gleisführungen ermöglicht. So blieb ich "Zahnrad-Bahner" oder auch "Pickel-Bahner", wegen der Punktkontakte (Pukos) in den Schwellen. Trotzdem habe ich auch einige Modelle anderer Hersteller in meiner Sammlung, denn kein Hersteler kann alles abdecken und jeder hat seine Spezialitäten.
Und doch bekommt man oft genug Spott zu hören. Märklin-Modelle gelten häufig als qualitativ mittelmäßig, zu wenig vorbildgetreu und viel zu teuer. Doch wer einmal objektiv vergleicht, der wird feststellen, dass das so nicht stimmt und die Unterschiede zwischen den namhaften Herstellern nicht allzu groß sind. Natürlich darf man nicht eine einfache Spiellok für 3-5-Jährige mit einer feinst detaillierten Lok mit zahlreichen Anbauteilen vergleichen. Warum das "Märklin-Bashing" so beliebt ist, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Vermutlich liegt es daran, dass das Schlechtmachen von etwas oder jemandem, neudeutsch Bashing genannt, in Deutschland zum Volkssport geworden ist, an dem sich jeder beteiligt, der irgendetwas schon immer gewusst hat.
Wie die meisten Modellbahn-Hersteller hatte auch Märklin mit Absatzflauten und finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Darunter hatten Qualität und Service gelitten und es bleibt zu hoffen, dass es nun nach dem Verkauf der Firma wieder besser wird. Auch andere Fabrikanten sahen sich gezwungen, in China fertigen zu lassen, was zu ähnlichen Problemen führte.
Das mit der Vorbildtreue ist so eine Sache. Irgendwelche Abweichungen wird es immer geben und oft sind auch Kompromisse notwendig, um einen vernünftigen Betrieb zu ermöglichen. Auch beim Vorbild gibt es häufig leicht unterschiedliche Ausführungen einer Baureihe. So gesehen wird man immer eine Abweichung entdecken können. Mir ist es auch nicht so wichtig, ob bei meinem Triebwagen die Zahll der Nieten exakt stimmt, sondern ob ich freien Durchblick durch den Innenraum habe oder ob der Antriebsblock die Sicht versperrt.
Märklin gehört nicht zu den Billiganbietern, auch wenn es relativ günstige Einsteigermodelle gibt. Doch muss man auch bedenken, wie die Unterschiede zu Billigmodellen zustande kommen: Metall- statt Plastikzahnräder im Getriebe, passgenaue Zinkdruckguss-Gehäuse (bei einigen Modellen) statt schlecht sitzender Plastikdeckel, angesetzte statt angespritze Details usw. Und dann ist da noch die Arbeit, die keine sehen will. In Deutschland sind die Lohnkosten nun einmal höher als in Fernost und die Montage einer großen Dampflok erfordert einige Stunden. Ich habe Leute getroffen, die einerseits über den "billigen China-Mist" klagten, andererseits die Wertarbeit aus Deutschland viel zu teuer fanden. Sie wollen deutsche Präzision zu chinesischen Preisen, und das geht eben nicht.

Wer bereit ist, über die Argumente und Begauptungen objektiv nachzudenken, wird bald erkennen, dass so manches haltlos ist.

 

Aktueller Stand

Veröffentlicht: Montag, 11. November 2013 18:00 E-Mail

Meine Anlage, Stand 2016

 Zur besseren Übersicht hier zunächst einmal der Gleisplan. Der obere, lange Schenkel des U beherbergt den Hauptbahnhof (Bonn) mit 5 Gleisen sowie einem Durchfahrtgleis. Die Gleise 4 und 5 sind knapp 2 Meter lang, was für einen ICE mit 5 Zwischenwagen reicht. Die bahnsteige liegen in einem leichten Bogen, was den Aufbau zwar erschwert, aber größere Radien für die rechte Ausfahrt ermöglicht.
Für ein richtiges BW reicht der Platz nicht aus, daher gibt es nur einen zweiständigen E-Lok-Schuppen. Dafür findet das alte Container-Terminal aus der Faller-AMS-Bahn einen Platz. Am unteren Rand verläuft die "Paradestrecke", die eine Ebene tiefer liegt. Ganz links ist noch ein kleiner Hafen mit weiteren Gütergleisen geplant. Der wird später angebaut, wenn der Rest dort fertiggestellt ist, da sonst der hintere Bereich nur noch schwer zu erreichen wäre. Die Ausfahrtgleise links sollen unter einer Straßenbrücke und Häusern verschwinden.

Oben links befindet sich eine S_Bahn-Station. Diese, sowie die Strecke dorthin, war ursprünglich nicht geplant. Das Modell gefiel mir aber so gut, dass ich es noch irgendwie unterbringen wollte und so wurde schon der erste Umbau notwendig.

Unter dem Hauptbahnhof befindet sich der Schattenbahnhof, der mit 8 Gleisen aber viel zu klein ist. Deshalb soll ein zweiter Schattenbahnhof dazukommen, der sich eine Etage tiefer befinden wird.

Rechts oben in der Ecke thront das Schloss Lichtenstein. Dieser teil der Landschaft ist von verschiedenen Gegenden, von Norwegen über die Alpen bis nach Patagonien, inspiriert. Unterhalb des Schlosses gibt es einen haltepunkt vornehmlich für Touristen. Dazu wurde der mittlerweile 50 Jahre alte Bahnhof "Zindelstein" renoviert. Der war eigentlich als Endhaltepunkt gedacht gewesen. Doch später fand ich es unschön, dass einige historische Züge rückwärts hätten zurück fahren müssen und so kam eine Umgehung hinzu.

Gleisplan

Gleisplan 2014

 In der Mitte rechts ist eine tiefe Schlucht entstanden, in die die Paradestrecke hineinführt, um schließlich in einem Tunnel zu verschwinden. Hier gibt es einen Wasserfall, der einen kleinen Fluss speist.
Im unteren teil prägt der Bahnhof Schwarzburg mit seinem Fachwerk das Bild. Dieser Bereich wird etwas älter erscheinen. Hier kommt kein ICE vorbei, statt dessen gibt es noch ein kleines BW mit Kleinbekohlung, Grube, Lokschuppen und Drehscheibe. Hier sind einige Dampfloks beheimatet. Gelegentlich wird auch einmal ein modernerer Nahverkehrszug hier halten, manchmal sind eben Kompromisse notwendig.
Die eingleisige Nebenstrecke, links in den Bahnhof führt, soll am unteren Rand unter Häusern und sonstiger Landschaft verschwinden, damit die Streckenführung nicht so offensichtlich wird. Von hier führt auch noch eine - leider relativ steile - Rampe zur Hauptstrecke und zum Schattenbahnhof.

Und soll soll es einmal (ungefähr) aussehen:

Anlage 2014 3D

3D-Ansicht

An den Details zur schöneren Darstellung arbeite ich noch. Nachfolgend ein paar Fotos, die die Wirklichkeit von fast fertig bis zu Rohbau zeigen. Die Oberleitung fehlt großenteils noch, weil sie beim Arbeiten an den Gleisen stört.

Fotogalerie