Primex 01 081

Dieses schon etwas ältere Modell stammt aus Märklins Einsteiger-Serie, die unter dem Namen Primex vor allem in Supermärkten verkauft wurde. Für eine Billig-Ausführung ist es trotz konventionellem Antrieb ein recht schönes Modell mit Rahmen und Kessel aus Zinkdruckguss und vielen angesetzten Details. Fürs Abstellgleis also zu schade, so bietet sich eine Digitalisierung an. Das ist zwar nicht ganz so einfach wie bei vielen anderen Loks, aber nicht unmöglich. Es gibt zwei Möglichkeiten:
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1. Den vorhandenen Motor behalten und einen Dekoder einbauen, der für die Märklin-Allstrommotoren geeignet ist. Einige Hersteller bieten dazu auch Statoren mit Permanentmagnet an. Ob die hier passen, kann ich nicht sagen. zu beachten ist jedenfalls, dass der Anker dieser 01 sehr groß ist.
2. Bessere Fahreigenschaften erhält man meines Erachtens mit dem so genannten “Hochleistungsantrieb”. Tatsächlich passt der Antiriebssatz aus den Sets 60904 oder 60944 (ohne Dekoder), zumindest im Prinzip.BR01 1 Ich hatte noch einen Umbausatz 60904 übrig, der hier zum Einsatz kam. Allerdings ist etwas Bastelarbeit notwendig. Der Motor passt zwar hinein, aber der Motorschild muss nachgearbeitet werden.
Den alten Antrieb und den Fahrtrichtungsumschalter auszubauen, ist kein Problem. Es bietet sich an, bei dieser Gelegenheit auch gleich die Zahnräder zu säubern und neu zu schmieren. Der Stator passt, auch wenn es zunächst nicht so aussieht, in die Aufnahmen. Das er etwas dicker ist als der alte, stört nicht. Als Anker kommt der mit den 7 Zähnen zum Einsatz.
BR01 2Der Motorschild passt leider nur auf der rechten Seite, links müssen 1-2mm abgesägt oder abgefeilt werden. Außerdem muss die obere Haltelasche entfernt werden, da die Schraube bei der 01 etwas höher sitzt als sonst üblich. Auch die untere Ecke muss gekürzt werden, damit das Treibrad nachher nicht blockiert wird.
Oben links die Schraube wieder anzubringen, ist nicht ganz einfach. dadurch, dass die Lasche beschnitten wird, wird auch die kleine Abstützung auf der Unterseite geschwächt. Zieht man die Schraube zu fest an, kann sich der Schild verziehen und der Motor wird schwergängig. Bleibt sie locker, kann sie sich lösen.
Man könnte inen kleinen, flachen Winkel oder eine Unterlegscheibe nehmen, der großflächiger auf den Motorschild drückt. Dann muss man allerdings die längere Schraube aus dem Umbausatz nehmen. Die muss wiederum etwas gekürzt werden, damit sie nicht auf der anderen Seite gegen das Zahnrad drückt. Steht sie vorne zu weit heraus, passt das gehäuse nicht mehr drauf. Ich habe die Lasche so abgeschnitten, dass noch ein Rest unter dem Schraubenkopf verbleibt und dann Schraube und Schild mit je einem Tropfen Kleber fixiert. Da hier keine besondere Belastung auftritt, ist das verzeihlich.
Nachdem die Kabel des Dekoders angelötet sind, sollten blanke Stellen und die Federn der Bürsten mit dünner hartpatte oder Isolierband abgedeckt werden. Sonst kann es zu Berührungen mit dem gehäuse oder den umgebogenen Enden der angesetzten Teile kommen.
Beim Dekoder habe ich die Geschwindigkeit auf Minimum und die Anfahr/Bremsverzögerung auf etwa 30% eingestellt. Wie bei Märklin leider verbreitet, ist auch hier die Übersetzung zwischen Motor und Rädern viel zu klein und bei der erreichbaren Höchstgeschwindigkeit könnte es die Lok mit einem ICE aufnehmen.BR01 5
Abschließend habe ich der BR01 081 noch eine neue Beleuchtung spendiert. Dazu habe ich zwei SMD-LEDs (“golden white”) auf zwei schmale Lochstreifen-Platinchen gelötet, die ich Rücken an Rücken geklebt habe. Die LEDs sind zu den Seiten hin ausgerichtet. Da sie auch seitlich abstrahlen, ergibt das eine recht gute Beleuchtung. Der warmweiße Farbton passt gut zur Lok. Die LEDs sind in reihe geschaltet, haben einen Vorwiderstand von 1,2kOhm und sind mit der Anode an die allgemeine Versorgung (orange) sowie mit der Kathode an die Lichtleitungen gelb, grau) angeschlossen. Ich habe beide Leitungen angeschlossen, sodass das Licht auch bei Rückwärtsfahrt leuchtet.